Allgemeine Geschäftsbedingungen
§ 1 Geltungsbereich, Vertragspartner, Vertragssprache
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (im Folgenden „AGB “) regeln die Nutzung des unter gpshroom.de erreichbaren Online-Dienstes „GPShroom“ (im Folgenden „Dienst“).
(2) Anbieter und Vertragspartner ist Yannik Bram-Pfeiffer (Anschrift siehe Impressum, im Folgenden „Anbieter“). Vertragspartner auf Seite der nutzenden Person (im Folgenden „die nutzende Person“) ist diejenige natürliche Person, die das Konto anlegt und diese AGB akzeptiert.
(3) Vertragssprache ist Deutsch.
(4) Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen der nutzenden Person werden nur dann und insoweit Vertragsbestandteil, als der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich zugestimmt hat.
§ 2 Vertragsschluss und Konto
(1) Der Dienst richtet sich an Verbraucherinnen und Verbraucher im Sinne von § 13 BGB mit Wohnsitz in Deutschland, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. Personen unter 16 Jahren dürfen den Dienst nur mit Einwilligung der gesetzlichen Vertretung nutzen.
(2) Der Vertrag über die Nutzung des Dienstes kommt mit dem Anlegen eines Kontos zustande. Hierfür sind eine gültige E-Mail-Adresse und ein Passwort (Mindestlänge 8 Zeichen) anzugeben. Im Registrierungsformular sind außerdem zwei voneinander unabhängige, nicht vorausgewählte Bestätigungen einzeln zu erteilen:
a) Zustimmung zu diesen AGB und zur Datenschutzerklärung; der Zeitpunkt wird als tos_accepted_at gespeichert.
b) Bestätigung, dass die in § 5 niedergelegten Sicherheits- und Gesundheitshinweise gelesen wurden und gesammelte Pilze vor dem Verzehr stets durch eine geprüfte Pilzsachverständige bestimmt werden; der Zeitpunkt wird als safety_acknowledged_at gespeichert.
Alternativ kann die Anmeldung über das Google-OAuth-Verfahren erfolgen. Beide Bestätigungen nach Buchstabe a) und b) sind auch in diesem Fall vor der Weiterleitung an Google zu erteilen; sie werden in das signierte State-JWT eingebettet, sodass der Callback eine Neuanlage des Kontos verweigert, falls eine Bestätigung fehlt.
(3) Pro natürlicher Person ist nur ein Konto zulässig. Mehrfachkonten sind unzulässig. Eine technische Überprüfung dieser Pflicht durch den Anbieter findet nicht statt; sie ist deklaratorisch.
§ 3 Leistungsbeschreibung
(1) Der Anbieter stellt eine modellbasierte Vorhersage zur Fruchtungs-Wahrscheinlichkeit ausgewählter Pilzarten in Deutschland bereit. Die Vorhersage wird auf einer Karte mit hexagonalen Zellen (H3-Index der Uber-Hexagon-Hierarchie) sowie auf Wunsch durch optionale E-Mail-Benachrichtigungen („Pilzalarm“) angezeigt.
(2) Der Dienst ist eine Wahrscheinlichkeitsschätzung, keine Pilzbestimmung. Die Vorhersage trifft ausschließlich Aussagen darüber, ob in einer Region die meteorologischen und habitatbezogenen Voraussetzungen für eine Fruchtung gegeben sein könnten. Sie trifft keinerlei Aussage darüber, ob ein konkreter Pilz an einem konkreten Ort steht, ob er essbar ist, ob er einer bestimmten Art angehört oder ob er gefahrlos verzehrt werden kann.
(3) Der Anbieter ist berechtigt, den Funktionsumfang weiterzuentwickeln, einzelne Funktionen zu ändern oder einzustellen. Wesentliche Änderungen werden mit angemessener Vorankündigung mitgeteilt.
(4) Der Dienst ist zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses kostenfrei. Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Verfügbarkeit, eine bestimmte Vorhersagequalität oder einen bestimmten Funktionsumfang. Wartungen, technische Ausfälle und temporäre Einschränkungen sind möglich.
§ 4 Pflichten der nutzenden Person
(1) Die nutzende Person ist verpflichtet,
- bei der Registrierung wahrheitsgemäße Angaben zu machen, insbesondere eine eigene und gültige E-Mail-Adresse anzugeben,
- Zugangsdaten geheim zu halten und vor unbefugtem Zugriff Dritter zu schützen,
- den Verdacht eines unbefugten Zugriffs unverzüglich an support@gpshroom.de zu melden,
- den Dienst nicht für rechtswidrige Zwecke zu nutzen,
- automatisierte Abfragen, Scraping, das Umgehen von Ratenbegrenzungen, Reverse Engineering oder das gezielte Beeinträchtigen der Verfügbarkeit zu unterlassen,
- keine fremden Konten zu nutzen oder mehrere Konten anzulegen.
(2) Bei Verdacht auf Missbrauch (insbesondere auffällig viele Anmeldeversuche, automatisierte Abrufe oder Verstöße gegen Absatz 1) ist der Anbieter berechtigt, das betroffene Konto vorübergehend zu sperren oder, im Fall schwerwiegender oder wiederholter Verstöße, dauerhaft zu schließen.
§ 5 Sicherheits- und Gesundheitshinweise (Pilze)
Wichtige Sicherheitshinweise. Bitte vollständig und aufmerksam lesen. Die gesonderte Bestätigung dieser Hinweise ist Voraussetzung für die Nutzung des Dienstes (siehe § 2 Abs. 2 lit. b).
(1) Der Dienst ersetzt keinesfalls die sachkundige Bestimmung gefundener Pilze durch eine fachlich qualifizierte Person.
(2) Eine Vielzahl essbarer Pilzarten in Deutschland besitzt giftige oder tödlich giftige Doppelgänger (z. B. Wiesen-Champignon vs. Karbol-Egerling oder Knollenblätterpilz; Maronen-Röhrling vs. Gallenröhrling; verschiedene Täublinge vs. Spei-Täubling). Der Verzehr eines falsch bestimmten Pilzes kann zu schweren Vergiftungen, irreversiblen Organschäden oder zum Tod führen. Auch grundsätzlich essbare Arten können bei unsachgemäßer Lagerung, in roher Form, in Verbindung mit Alkohol oder bei individueller Unverträglichkeit gesundheitsschädlich sein.
(3) Die nutzende Person verpflichtet sich, jede Mahlzeit, die selbst gesammelte Pilze enthält, vor dem Verzehr von einer geprüften Pilzsachverständigen oder einem geprüften Pilzsachverständigen der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) bzw. von einer anerkannten Pilzberaterin oder einem anerkannten Pilzberater prüfen zu lassen. Eine Liste geprüfter Pilzsachverständiger ist unter dgfm.de/pilzsachverstaendige abrufbar. Die Bestimmung ausschließlich anhand von Bestimmungs-Apps, Bestimmungs-Büchern oder einer in GPShroom angezeigten Wahrscheinlichkeit ist nicht ausreichend und nicht im Sinne dieser AGB.
(4) Die nutzende Person trägt für ihre Sammeltätigkeit und für die Bestimmung gesammelter Pilze die alleinige Verantwortung. Sie beachtet die einschlägigen Vorschriften des Naturschutzes (insbesondere § 39 BNatSchG, § 2 BArtSchV, lokale Schutzgebiets- Verordnungen sowie die Handstrauß-Regel) sowie das Eigentum und die Nutzungsrechte der jeweiligen Grundstücks-Eigentümer.
(5) Im Notfall (Verdacht auf Pilzvergiftung) gilt: Sofort den Notruf 112 verständigen, einen der Giftnotrufe der Länder kontaktieren (bvl.bund.de/giftnotruf), Reste der Pilze sowie ggf. Putzabfälle und Erbrochenes für die toxikologische Untersuchung aufbewahren und keinen weiteren Verzehr vornehmen.
(6) Die Bestätigung dieser Sicherheits- und Gesundheitshinweise wird im Registrierungsformular durch eine eigene, von der AGB-/Datenschutz-Zustimmung getrennte Checkbox abgefragt (vgl. § 2 Abs. 2 lit. b). Sie wird mit eigenem Zeitstempel (safety_acknowledged_at) im Konto dokumentiert.
§ 6 Haftung
(1) Der Anbieter haftet uneingeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, die auf einer fahrlässigen oder vorsätzlichen Pflichtverletzung des Anbieters, seiner gesetzlichen Vertretung oder seiner Erfüllungsgehilfen beruhen, sowie für Schäden, die von der Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz erfasst werden, sowie für Schäden, die auf vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Vertragsverletzungen sowie Arglist des Anbieters, seiner gesetzlichen Vertretung oder Erfüllungsgehilfen beruhen.
(2) Der Anbieter haftet für Schäden aus der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten („Kardinalpflichten“) durch leichte Fahrlässigkeit. Wesentliche Vertragspflichten sind solche Pflichten, deren Erfüllung den Vertrag überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung die nutzende Person regelmäßig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung jedoch der Höhe nach begrenzt auf den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden.
(3) Im Rahmen der nach Abs. 1 und 2 zulässigen Haftung gilt klarstellend: Der Anbieter trifft keine Aussage über die Identität, Essbarkeit oder Verzehrtauglichkeit eines konkreten Pilzes; § 5 dieser AGB legt fest, dass die Bestimmung gesammelter Pilze ausschließlich durch eine geprüfte Pilzsachverständige bzw. einen geprüften Pilzsachverständigen zu erfolgen hat. Verzichtet die nutzende Person auf diese Bestimmung, so kann dies im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (insbesondere § 254 BGB) als anspruchskürzendes Mitverschulden zu berücksichtigen sein. § 309 Nr. 7 lit. a und b BGB bleibt unberührt.
(4) Die §§ 309 Nr. 7 lit. a und b BGB sowie § 309 Nr. 8 lit. b lit. aa BGB bleiben durch diese Regelungen ausdrücklich unberührt.
(5) Der Anbieter übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Verfügbarkeit der angezeigten Vorhersagen. Wettermodelle, Habitat-Layer und die Pilz-Modellierung sind ihrer Natur nach mit Unsicherheiten behaftet.
§ 7 Vertragslaufzeit, Kündigung, Konto-Löschung
(1) Der Vertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Beide Vertragsparteien können den Vertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Frist beenden, solange der Dienst kostenfrei angeboten wird.
(2) Die nutzende Person kann das Konto jederzeit unter Einstellungen → Datenschutz → Konto löschen selbst und vollständig schließen. Mit der Löschung werden alle zugehörigen personenbezogenen Daten (Konto, Sitzungen, Suchprofile, Lieblingsgebiet, Pilzalarm-Einstellungen, offene Verifizierungs-Token) unverzüglich und unwiderruflich entfernt. Eine Wiederherstellung ist nicht möglich.
(3) Der Anbieter ist berechtigt, den Vertrag aus wichtigem Grund (insbesondere bei einem Verstoß gegen § 4 oder § 5) fristlos zu kündigen (§ 314 BGB).
§ 8 Widerrufsrecht für Verbraucherinnen und Verbraucher
(1) Solange der Dienst kostenfrei angeboten wird, fehlt es an einem entgeltlichen Verbrauchervertrag im Sinne von § 312 Abs. 1 BGB; ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht in diesem Fall nicht. Unabhängig davon kann das Konto jederzeit gemäß § 7 Abs. 2 vollständig gelöscht werden.
§ 9 Datenschutz
Hinweise zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in der Datenschutzerklärung.
§ 10 Änderungen dieser AGB (aktiver Re-Consent)
(1) Beabsichtigte Anpassungen dieser AGB werden der nutzenden Person mindestens vier Wochen vor dem geplanten Inkrafttreten in Textform (E-Mail an die hinterlegte Adresse) mitgeteilt.
(2) Eine Änderung wird nur wirksam, wenn die nutzende Person ihr ausdrücklich zustimmt. Eine Zustimmungsfiktion durch Schweigen findet nicht statt. Die Zustimmung erfolgt durch aktives Bestätigen im Konto: Sobald die in settings.current_agb_versionhinterlegte AGB-Version vom Anbieter erhöht wird, blendet die Anwendung beim nächsten Login bzw. beim nächsten Seitenaufruf einen blockierenden Re-Consent-Modal ein. Die geänderten AGB werden dort im Volltext angezeigt; eine Weiternutzung des Dienstes ist erst nach aktivem Klick auf „Zustimmen“ möglich. Bis zur Zustimmung gelten die jeweils zuvor akzeptierten AGB fort; jede einzelne akzeptierte Version wird mit Zeitstempel im Audit-Log dokumentiert (Art. 7 Abs. 1 DSGVO i. V. m. Art. 5 Abs. 2 DSGVO).
(3) Stimmt die nutzende Person der Änderung nicht zu, gelten die bisherigen Bedingungen für sie fort. Der Anbieter ist in diesem Fall berechtigt, den Vertrag mit einer Frist von vier Wochen ordentlich zu kündigen.
(4) Reine redaktionelle Änderungen (z. B. Tippfehler-Korrekturen, Aktualisierung von Querverweisen ohne inhaltliche Auswirkung) sowie Änderungen, die zur Anpassung an eine zwingend geänderte Rechtslage erforderlich sind und die nutzende Person nicht spürbar belasten, werden ohne Zustimmungserfordernis wirksam; auf solche Änderungen wird gesondert hingewiesen.
§ 11 Streitbeilegung
(1) Hinsichtlich der zum 20. Juli 2025 abgeschalteten EU-Plattform zur Online-Streitbeilegung wird auf das Impressum verwiesen.
(2) Der Anbieter ist nicht verpflichtet und nicht bereit, an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen (§ 36 VSBG).
§ 12 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Zwingende verbraucherschutzrechtliche Bestimmungen des Staates, in dem die nutzende Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hat, bleiben unberührt.
(2) Erfüllungsort ist der Sitz des Anbieters. Es gelten die gesetzlichen Vorschriften zum Gerichtsstand; Klagen gegen Verbraucherinnen und Verbraucher sind ausschließlich an deren Wohnsitz zu erheben (§§ 12, 13 ZPO).
Stand: 27. April 2026